Im Archiv

Fuer die Kommentierung der Tagebuecher ist es notwendig viele Nachlassunterlagen zur Nachkriegszeit ebenfalls bereits durchzusehen. Es ergaben sich daraus weitere, wichtige Hinweise, die zwar großteils erst das Nachfolgeprojekt betreffen; dennoch lassen sich etliche biographische Details für die Beschreibung der Kriegszeit verwerten.

Zweiter grosser Bereich der noch unbekannten Details waren die Adressen, der von Ben-gavriel Besuchten. Nach Recherchen in alten Adressbüchern an der Bibliothek konnten diese ermittelt werden. In einem Gewaltmarsch durch Rehavia und Orten jenseits der Jaffastrasse konnte ich auch Fotos der historisch und architektonisch interessanten Wohnorte machen.

Der Aufenthalt in Jerusalem neigt sich seinem Ende zu. Es bleibt mir noch der Sonntag, um an der JNUL (fast) alle noch offenen Fragen zu klaeren. Dann geht es nach Haifa und Degania, wo ich hoffentlich die nötigen Internet-Anschluesse fuer die weiteren Berichte zum Forschungsfortgang finden werde.

Es schien mir doch sehr seltsam, wenn ich nicht auf die aktuellen Vorgaengen hier eingehen wuerde. Die subjektive Wahrnehmung ist zunächst geprägt von zwei miterlebten Raktenangriffen auf Jerusalem (minutenlanger Sirenenalarm und dumpfe Einschlaege) und den Sorgen von befreundeten Israelis (die seit vielen Jahren diesem Terror ausgesetzt sind). Angehoerige wurden einberufen und sind Teil der Bodentruppen, die Hamas-Basen und Schmuggeltunnels zerstoeren sollen, um der eigenen Bevoelkerung wieder etwas Ruhe und Sicherheit zu geben. Überall laufen die Fernsehbilder und Nachrichten. Die Nervenanspannung ist spürbar. In Tel Aviv gab es fast jeden Tag mehrere Raketenbeschuesse aus dem Gaza-Streifen. Dann die Bilder von dort – von den Toten und Verletzten, den (UNO-Mitarbeiter)Berichten von den in Schulen (!) untergebrachten Waffen, der Abschussrampe neben dem SOS-Kinderdorf. Terroristen missbrauchen das eigene Volk. Es ist deprimierend wie alle Versuche um Waffenruhe von der Hamas abgelehnt werden.

Manchmal ist es schwer, sich auf die eigene Arbeit zu konzentrieren.

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